Stammbaum

DMM - 1. Dresdner Medaillenmünze

Moritz Glaser

  • Gürtlermeister und Inhaber eines kleinen Handwerksbetriebes
  • Mitglied der Innung der Gürtler- und Bronzearbeiter
  • gründete am 01.01.1868 gemeinsam mit seinem noch jungen Sohn Richard Glaser die Firma "Glaser & Sohn"
  • Standort der Firma wird die Borngasse 5 in Alt- Dresden (nahe dem Pirnaischen Platz)
  • die Firma baut sich bereits in den ersten Jahren nach der Gründung einen guten Ruf und einen breiten Kundenstamm auf, die Mitarbeiterzahl wächst stetig
  • Moritz Glaser verstirbt 1886
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Richard Glaser

  • Sohn von Moritz Glaser und Mitgründer der Firma "Glaser & Sohn"
  • studierte die Kunst der Medaillenreduktion und des Stempelschneidens in Paris
  • er führt das Unternehmen nach dem Tod des Vaters äußerst erfolgreich und innovativ weiter, unter seiner Leitung werden mehrere Patente entwickelt und die Mitarbeiterzahl steigt vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges auf über 30 an
  • rege Ausstellungstätigkeiten der Firma und Zusammenarbeit mit vielen bedeutenden Künstlern, wie z.B. Paul Sturm oder Bruno Eyermann
  • Glaser & Sohn arbeitete u.a. auch für König Friedrich August III von Sachsen
  • zahlreiche Preise und Auszeichnungen werden gewonnen (z.B. die Königlich Sächsische Staatsmedaille 1912)
  • Mitgliedschaft im Numismatischen Verein zu Dresden
  • Richard Glaser verstirbt im November 1924 nach längerer Krankheit in Dresden

Johannes Glaser

  • Sohn von Richard und Johanne Glaser
  • schneidet wie der Vater Medaillenstempel und wirkt im Betrieb mit
  • u.a. verbessert er die Reduktionsmaschine durch eine per Reichspatent geschützte Erfindung
  • tritt 1918 als Teilhaber in die Firma ein
  • stirbt 1919 mit nur 37 Jahren an einer Lungenentzündung

Martha Römer

  • Tochter von Richard Glaser , verehelichte Römer
  • übernimmt nach dem Tod des Bruders 1920 die Unternehmensleitung von ihrem Vater
  • gemeinsam mit ihrem Ehemann Richard Römer führt sie das Unternehmen mit großem Erfolg weiter
  • die Ausstattung der Firma mit Maschinen und technischen Anlagen wird vergrößert und ist vor dem Zweiten Weltkrieg sehr umfangreich und wertintensiv
  • in den Kriegjahren verschlechtert sich die wirtschaftliche Situation deutlich auf Grund von Materialknappheit und Versandsperren
  • ihr Sohn Hans stirbt 1943 an der Ostfront
  • am 13. Februar 1945 wird das Stammhaus der Firma in der Dresdner Altstadt fast vollständig zerstört, ihr Ehemann Richard Römer kommt dabei ums Leben
  • Martha Römer beginnt mit Unterstützung von Tochter Margarete und Schwiegersohn Günther Exner bereits im August 1945 mit den Aufräumarbeiten und dem Wiederaufbau in der Schützenhofstrasse 38, 1949 startet die Produktion in gemieteten Räumen auf der Österreicher Strasse 61 in Dresden Laubegast
  • sie stirbt 1952
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Richard Römer

  • heiratet Martha Glaser, die Tochter des Firmengründer Richard Glaser
  • ist selber ab 1907 in der Firma Glaser und Sohn tätig und führt sie einer neuen Blütezeit zu
  • erweitert das Betriebsgebiet um viele neue Produkte (z.B. hochwertige Orden und Abzeichen)
  • die technische Ausstattung der Firma wird europaweit beachtet, z.B. die Entwicklung und Anfertigung einer einzigartigen Reliefgraviermaschine
  • auch künstlerisch arbeitet die Firma in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg auf höchstem Niveau, die Prägungen finden weitreichende Beachtung und Bewunderung
  • 1940 wird das Unternehmen in die Leistungsgemeinschaft Deutscher Ordenshersteller eingegliedert
  • beim Bombardement auf Dresden am 13. Februar 1945 wird das Stammhaus der Firma in der Altstadt fast vollständig zerstört, Richard Römer stirbt in den Trümmern
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Hans Römer

  • Sohn von Martha und Richard Römer
  • Ausbildung zum Gürtler und Goldschmied
  • arbeitet seit der Ausbildung in der Firma der Eltern und wird 1941 Mitinhaber
  • fällt während des Zweiten Weltkrieges im März 1943 an der Ostfront bei Kamenka
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Margarete Exner, geb. Römer

  • Tochter von Martha und Richard Römer
  • heiratet Günther Exner, gemeinsam haben beide 4 Kinder
  • nach der Zerstörung des Betriebs beim Angriff auf Dresden 1945 und dem Tod des Vaters und Bruders hilft sie ihrer Mutter Martha Römer beim Wiederaufbau des Unternehmens
  • übernimmt nach dem Tod der Mutter 1952 gemeinsam mit ihrem Ehemann Günther Exner die Unternehmensleitung und meistert mit ihm die Schwierigkeiten der Nachkriegszeit
  • mit der Verstaatlichung des Betriebes durch die DDR im Jahr 1972 geht die Unternehmensleitung an ihren Sohn Ralf Exner über, die Bezeichnung „Glaser & Sohn“ muss aus dem Firmennamen gestrichen werden
  • Margarete Exner ist während der DDR-Zeit weiterhin in der Verwaltung der Firma aktiv
  • nach der politischen Wende wird das Unternehmen auf ihren Antrag hin reprivatisiert und erhält der Namen 1. Dresdner Medaillenmünze Glaser & Sohn zurück, ihr Sohn Ralf wird als Geschäftsführer eingesetzt
  • Margarete Exner ist noch heute, mit über 90 Jahren, in der Firma aktiv

Günther Exner

  • wird 1911 in Dresden geboren
  • absolviert 3 Jahre Lehrzeit als Reklamezeichner in einem Dresdner Unternehmen
  • von 1929 bis 1935 studiert er an der Kunstgewerbeschule in Dresden in der Fachklasse Gebrauchsgrafik und macht seinen Abschluss als Meisterschüler, anschließend arbeitet er 3 Jahre in einem Dresdner Werbeatelier
  • heiratet Margarete Römer, die Tochter der damaligen Firmeninhaber
  • wird als Soldat im Zweiten Weltkrieg eingezogen und muss bis an die Ostfront nach Russland, überlebt aber mit viel Glück und kehrt in die Heimat zurück
  • unterstützt seine Schwiegermutter und Ehefrau beim Wiederaufbau der Firma
  • gemeinsam mit seiner Gattin übernimmt er 1952 die Unternehmensleitung und beide überwinden die Schwierigkeiten der Nachkriegsjahre
  • die Unternehmensleitung muss er mit der Verstaatlichung des Betriebes abgeben
  • seit 1974 widmet er sich freiberuflich vor allem dem Entwurf von Medaillen und Plaketten
  • Günther Exner stirbt im Oktober 1993

Ralf Exner

  • geboren als zweites von 4 Kindern von Margarete und Günther Exner
  • absolviert von 1958 bis 1961 eine Lehre als Stahlreliefgraveur in der Dresdner Maschinenfabrik Richard Krautwald
  • anschließend 1961-1964 Studium an der Fachschule für angewandte Kunst in Heiligendamm, Abschluss als Designer in der Fachrichtung Schmuck, Metall und Email
  • eine parallele zweite Facharbeiterausbildung zum Goldschmied beendet er 1964 mit der Berufsbezeichnung Goldschmied
  • 1965 besteht er die Meisterprüfung als Graveur
  • nach der Verstaatlichung der Firma Glaser und Sohn und Umbenennung in VEB Dresdner Medaillenmünze bekommt er die Firmenleitung übertragen
  • wegen der Materialknappheit und diversen anderen Einschränkungen ergeben sich jedoch Probleme in der Produktion, die aber durch zahlreiche Erfindungen und Prozessinnovationen abgemildert werden (z.B. im Bereich der Veredelung, Beschichtung oder Lackierung)
  • der VEB wird zum drittgrößten Metallprägebetrieb der DDR und arbeitet weiterhin auf hohem künstlerischen Niveau
  • nach der deutschen Wiedervereinigung und Reprivatisierung wird er Geschäftsführer der 1. Dresdner Medaillenmünze Glaser & Sohn GmbH
  • trotz eines gewaltigen Umsatzeinbruchs durch den Verlust wichtiger Kunden gelingt es dem Unternehmen, sich strategisch neu zu positionieren
  • mit außerordentlichem Engagement werden Kunden in Westdeutschland und ganz Europa akquiriert und von der hohen Qualität der Produkte überzeugt, die Trendwende ist geschafft
  • 1996 zieht das Unternehmen in die neue Betriebsstätte auf der Eibauer Straße 18 in Dresden-Bühlau
  • attraktive Aufträge wie die des Sächsischen Verdienstordens, der Lebensrettungsmedaille sowie zahlreicher Auszeichnungen zeugen vom ausgezeichneten Ruf und Leistungsniveau
  • seit der Wende besteht auch wieder eine gute Zusammenarbeit mit dem Dresdner Münzkabinett und den regionalen Numismatischen Vereinen
  • das Unternehmen ist unter der Leitung von Ralf Exner erneut zu einer festen Größe seiner Branche aufgestiegen